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Der erste Schlafwagen in Deutschland fuhr am 1.10 1873 zwischen Berlin und Ostende. Dieser Schlafwagen gehörte der Internationalen Schlafwagengesellschaft (CIWL) und stand ca. den Fahrgästen der ersten Wagenklasse zur Verfügung.
Bis zu dem ersten Weltkrieg gab es in Europa lediglich drei Gesellschaften, die Schlafwagen betrieben:
- die CIWL, welche die Schlafwagen in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich, Russische Förderation und Spanien betrieb.
- die KPEV, welche die Schlafwagen in Deutschland betrieb und Schlafwagen der ersten und zweiten Wagenklasse anbot.
- die Schwedische Staatsbahn, die bis 1914 als erste Bahngesellschaft auch Schlafwagen der dritten Wagenklasse zwischen Malmö und Stockholm einführte.
Eine Fahrt in dem Schlafwagen kostete vor dem ersten Weltkrieg 10 Mark in der ersten und 8 Mark in der zweiten Wagenklasse - zusätzlich zu dem Fahrpreis. Damals kostete die Übernachtung in dem Luxushotel 4 Mark, in dem Mittelklassehotel 2 Mark. Noch teurer waren die Zuschläge in Frankreich, wo die CIWL ein Monopol besaß. Auf der Strecke Paris - Marseille kostete der Schlafwagen in der ersten Klasse 45 Franc (nach damaligem Wechselkurs 36 Mark) Zuschlag.
Die 1916 gegründete Mitropa übernahm 1917 die Schlafwagen der CIWL in Deutschland, 1922 die Schlafwagenkurse nach Dänemark und Schweden und 1926 die innerdeutschen Schlafwagenkurse der Deutschen Reichsbahn. Schlafwagen 3. Klasse gab es in Deutschland seit 1922 auf den wichtigen Strecken von Berlin nach Ostpreußen, Köln, München und Stuttgart.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen neue modernere Schlafwagen zu dem Einsatz. Die Compagnie des Wagons-Lits stellte in dem Jahre 1955 den Schlafwagen Bauart "P" in Dienst. Dieser Wagen hatte 20 verschachtelte Abteile mit jeweils 1 Bett pro Abteil. In den Jahren 1992 - 1994 wurden 20 Schlafwaggons der Bauart "P" modernisiert und umgebaut. Dadurch erhielten sie die neue Nennung AB30. Zu finden sind diese Waggons bei den Bahngesellschaften ÖBB (10 Stück), SNCB (5 Stück) und NS (5 Stück).
Im Jahre 1957 wurde ein weiterer Schlafwagen-Typ mit Universal-Abteilen in Betrieb genommen. Dieser Schlafwagen wurde von Hansa/Deutschland gebaut und hatte 11 gleiche Abteile mit jeweils 3 Betten pro Abteil. Dieses Fahrzeug bekam die Nennung "UH" (U = Universal, H = Hansa). In dem selben Zeitraum stellte die DSG (Deutsche Schlafwagengesellschaft) einen eigenen Schlafwagen-Typ mit der Nennung AB33 in Dienst. Dieser wurde ebenfalls von Hansa/Deutschland gebaut.
Ab dem Jahre 1964 wurde von CIWL ein weitere Schlafwagen-Typ auf die Schienen gestellt. Dieser Wagen erhielt die Nennung "MU" und hatte 12 Universalabteile mit jeweils 3 Betten pro Abteil.
In den siebziger Jahren wurde von der CIWL der Schlafwagen-Typ "T2" mit 18 verschachtelten 2-Bett-Abteilen in Betrieb genommen. 1975 folgte ein weiterer Schlafwagen-Typ mit der Nennung "T2s", der jedoch nicht bei der CIWL, sondern bei diversen Bahngesellschaften in Dienst gegangen ist. Dieser Wagen wurde mit 17-2-Bett-Abteilen ausgestattet. 1999 wurden fünf Schlafwagen der Bauart "T2s"(alle in dem Bestand der ÖBB) modernisiert und umgebaut. Dadurch bekamen diese Wagen die neue Nennung AB33s.
In den neunziger Jahren kam es zu einem kleinen Boom in dem Bau von Schlafwagen. So entstanden Neubau-Fahrzeuge für die Ungarische Staatsbahn (MAV), Rumänische Staatsbahn (CFR), Deutsche Bahn (DB), Italienische Staatsbahn (FS), CityNightLine (CNL), CIWL, usw...
In all den Jahren wurden nicht ca. Schlafwagen, sondern auch Schlafwagen-Züge, genannt Talgo, gebaut. Diese Züge bestehen aus mehreren Gliedern und umfassen in dem Zugverband Schlafwagen, Liegewagen, Ruhesesselwagen sowie Speisewagen, Bistrowagen und Barwagen. Die meisten dieser Talgo-Züge fahren in Spanien.
Schlafwagen bestehen aus mehreren Abteilen, die unterschiedlich eingerichtet sind. Die Abteile der CIWL-Schlafwagen, die ab 1955 gebaut wurden, sind in dem großen und ganzen einheitlich (Universal) aufgebaut. Sie bestehen aus 3 übereinander angeordneteten Betten und einem Tisch, der in dem inneren das Waschbecken beherbergt. Des weiteren gibt es eine Verbindungstüreins Nachbar-Abteil. Das bedeutet, dass stets 2 Abteile durch solch eine Verbindungstüre getrennt sind.
Bei Schlafwagen neueren Datums wurden das Universal-Konzept durch ein neues Konzept ersetzt. Dieses neue Konzept behinhaltet Deluxe-Abteile und Economy-Abteile, um das Angebot attraktiver zu gestalten. Die Economy-Abteilen entsprechen dem Aufbau in dem großen und ganzen der Universal-Abteile, während die Delux-Abteile zusätzlich noch mit einem WC und einer Dusche ausgestattet sind.
Schlafwagen bestehen nicht ca. aus mehreren Abteilen, sie beinhalten auch WC's und ein Dienstabteil, welches Office genannt wird, und eventuell ein Dusch-Abteil. Das Office ist der Arbeitsplatz des Schlafwagenschaffners. Von hier aus werden die Gäste betreut. Hier befindet sich auch die Schaffnerrufanlage. Diese Anlage dient hauptsächlich als Kommunikation zwischen dem Schaffner und dem Gast. Eine weitere Funktion ist der Weckruf. Damit besteht die Möglichkeit sich wecken zu lassen.
Werden Schlafwagen in einem Nachtzug eingesetzt, dann ist in den meisten Fällen in dem Fahrpreis ein Frühstück inkludiert. Die Größe und Auswahl des Frühstücks hängt vom jeweiligen Betreiber des Schlafwagens ab.
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